Abschreibung für Abnutzung (AfA)

(Auch bezeichnet als Absetzung für Abnutzung.)

Vermögensgegenstände nutzen sich aus steuerlicher Sicht ab. Sie verlieren also mit der Zeit an Wert. Dieser Wertverlust kann steuerlich geltend gemacht (also von den zu versteuernden Einnahmen abgezogen) werden. Das bezeichnet man im Steuerrecht als Abschreibung.

Für Privatanleger ist vor allem die Abschreibung für Abnutzung von Renditeimmobilien interessant. Bei Renditeimmobilien (also solchen, die man nicht selbst nutzt, sondern vermietet) geht das Finanzamt je nach Baujahr aus steuerlicher Sicht von einer Nutzungsdauer von 40 oder 50 Jahren aus. Dabei kann man die Möglichkeit der Abschreibung nur für das Gebäude selbst beanspruchen. Das Gebäude nutzt sich ab, das Grundstück nicht. Der Bezugswert ist folglich der Gebäudeanteil (inkl. bestimmter Kaufnebenkosten), nicht der Kaufpreis.

(Anmerkung: In der Vergangenheit hat man bei der AfA steuerlich zwischen „Neubauten“ und „Altbauten“ unterschieden. “Altbauten” aus steuerlicher Sicht sind alle Immobilien, die man nicht als Ersterwerber gekauft, bzw. nicht als Bauherr selbst erstellt hatte. Wenn man also beispielsweise vom Erstbesitzer eine Eigentumswohnung erwirbt, die drei Jahre alt ist, handelte es sich aus steuerlicher Sicht bereits um einen Altbau. Die besondere Abschreibung für „Neubauten“ existiert aktuell (Stand 2019) nicht mehr. Sie ist daher für aktuelle Immobilienkäufe uninteressant. Es besteht aber durchaus die Möglichkeit, dass diese wieder eingeführt werden kann, um die Erstellung von Neubauten anzukurbeln)

Bei der Abschreibung für Abnutzung von Renditeimmobilien gilt folgende Regel:

Lineare Abschreibung

(von lateinisch linearis: aus einer Linie bestehend, gerade sein.)

Absetzung in gleichen jährlichen Beträgen (daher der Begriff „linear“). Bei ganz oder teilweise vermieteten Wohngebäuden können 50 Jahre lang 2 Prozent der Kosten des Gebäudes (Kaufpreis ohne Wert des Grundstücks), die zu dem vermieteten Gebäudeteil gehören, von den Einkünften abgezogen werden. Bei Gebäuden, die vor dem 1.1.1925 erbaut wurden, können 40 Jahre lang jährlich 2,5 Prozent abgesetzt werden.

Beispiel: Eine vermietete Immobilie mit Baujahr 1980 wird für 100.000 Euro erworben. Der reine Gebäudewert (ohne Grundstück) beträgt 85.000 Euro. Entsprechend kann der Käufer jedes Jahr 2 Prozent dieser Summe, also 1.700 Euro, von seinem zu versteuernden Einkommen abziehen. Und das 50 Jahre lang. Wie hoch die Steuerersparnis ausfällt, hängt von der Höhe des Einkommens und dem entsprechenden Steuersatz ab.

Degressive Abschreibung

(von lateinisch degredere: hinabschreiten, hinabsteigen)

Im Gegensatz zur “Absetzung in gleichen jährlichen Beiträgen (= linear)” sind bei der degressiven Abschreibung die Prozentwerte am Anfang hoch und sinken dann (degressiv).

Beispiel: Die ersten 5 Jahre 7%, dann 4 Jahre 5%, dann 3 Jahre 3%, danach 1% bis zur kompletten Abschreibung.

Degressive Abschreibung wird benutzt um a) Steueranreize zu schaffen (Lenkungszweck der volkswirtschaftlichen Zahlungsströme) oder b) erhöhten Wertverlust buchhalterisch zu berücksichtigen (Beispiel: Neuwagenkauf. Dort ist zu Beginn der Wertverlust am höchsten. Aktuell gibt es allerdings keine degressive Abschreibung bei Neuwagen)

Für Unternehmer ist die AfA ebenfalls interessant. Alle Wirtschaftsgüter eines Unternehmens, deren Nettoanschaffungskosten (ohne Umsatzsteuer) über 800 Euro liegen
(Stand 2018), müssen über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden. Bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro können sie im Jahr des Erwerbs vollständig abgesetzt / vom Gewinn abgezogen werden. Über wie viele Jahre ein bestimmter Gegenstand abgeschrieben werden muss, gibt das Finanzamt in Form von “AfA-Tabellen” vor.

Beispiel: Für sein Unternehmen erwirbt jemand einen Computer mit einem Kaufpreis vom 833 Euro. Zieht man die Umsatzsteuer von 133 Euro (19 Prozent) ab, bleibt ein Nettobetrag von 700 Euro. Da der die 800-Euro-Grenze nicht überschreitet, kann der Kaufpreis des Computers noch im selben Jahr abgeschrieben werden.

Beispiel: Für seine Praxis erwirbt ein selbstständiger Arzt ein elektronisches Mikroskop mit einem Kaufpreis von 10.000 Euro. Das muss er auf 10 Jahre (laut offizieller AfA-Tabelle) verteilt von der Steuer absetzen.

https://wikipedia.org/wiki/Absetzung_für_Abnutzung

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