Steuererklärung

Die jährliche Steuererklärung ist die Grundlage für die Festsetzung der Steuer. Dies betrifft Unternehmen und Privatpersonen. Wer überhaupt zur Abgabe verpflichtet ist und worum es dabei geht, lernst Du hier.

Steuererklärung für Arbeitnehmer und Selbstständige

Jedes Jahr kommt eine neue Generation von Unternehmern und Arbeitnehmern in die Märkte. Dabei stellen sich für viele dieselben Fragen. Lerne hier, worum es bei der Steuererklärung und ihrer Abgabe (mit Elster) geht.

Musst Du eine Steuererklärung einreichen?

In diesem Punkt unterscheiden sich zunächst Arbeitnehmer und Selbstständige bzw. Unternehmer.

Arbeitnehmer – Regelungen und Freibeträge

Ganz allgemein gilt, wenn Du in Deutschland angestellt bist (und kein Einkommen aus einem anderen Land beziehst), bist Du nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Liegt Dein Einkommen unterhalb des sogenannten Grundfreibetrages, zahlst Du keine Steuern. In diesem Fall musst Du auch keine Steuererklärung abgeben. Der Grundfreibetrag liegt derzeit bei 9.408 Euro für Singles; 18.816 Euro für Verheiratete bzw. eingetragene Lebenspartner.

Als Arbeitnehmer mit Steuerklasse 1, der ausschließlich Einnahmen aus dieser Arbeitnehmertätigkeit zieht, musst Du keine Steuererklärung einreichen. All dies ist bereits durch die Lohnsteuer abgegolten, die der Arbeitgeber einbehält und mit den monatlichen Gehaltsabrechnungen an das Finanzamt abführt. Dementsprechend ist Deine Lohnsteuer sozusagen eine monatliche Vorauszahlung auf die Einkommenssteuer. Bekannte Steuermerkmale wie die Steuerklasse, Kirchenzugehörigkeit, aber auch Kinderfreibeträge sind hier ebenfalls schon verrechnet. Ebenso eine anteilige Werbekostenpauschale von 1000 Euro im Jahr.

Liegen Deine Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen darüber, hast Du zu viel Steuern bezahlt. In diesem Fall solltest Du unbedingt eine freiwillige Steuererklärung abgeben, denn sonst bekommst Du die zu viel gezahlten Steuern nicht zurück.

Steuerklassen für Arbeitnehmer

Mitarbeiter deutscher Unternehmen werden von den Steuerbehörden in der Regel nach verschiedenen Kategorien in eine Steuerklasse eingestuft. Insgesamt gibt es 6 Steuerklassen:

  • Klasse 1 für Alleinstehende
  • Klasse 2 für Alleinerziehende
  • Klasse 3-5 sind Konstellationen für Verheiratete
  • Klasse 6 ist für Multi-Jobber

Lies hier mehr zu allen Steuerklassen.

Selbstständige im Haupt- und Nebenerwerb

Wenn Du selbstständig erwerbstätig bist oder andere Nebeneinkünfte hast (z.B. Einkünfte aus Immobilien), musst Du Dein Einkommen mit der jährlichen Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Nebeneinkünfte sind, z.B. Kapitalgewinne, Einkünfte aus einer Mietwohnung oder Du arbeitest vielleicht freiberuflich, um nebenbei etwas dazuzuverdienen. Selbstständige müssen eine Steuererklärung abgeben, da deren Einkommen im Gegensatz zu Arbeitnehmern nicht an der Quelle (wie oben beschrieben, durch monatlich vom Arbeitgeber zurückgehaltene Lohnsteuer) besteuert wird.

Das heißt, nur Personen mit Zusatzeinkommen oder Selbstständige müssen eine Steuererklärung abgeben (Angestellte in Steuerklasse 1 sind nicht verpflichtet). Die Abgabe lohnt sich, denn in den meisten Fällen gibt es viele anrechenbare Ausgaben, die Dein zu versteuerndes Einkommen mindern können. Zum Beispiel, wenn Du:

  • nur für einen Teil des Jahres selbstständig tätig warst,
  • täglich zur Arbeit pendeln musstest,
  • Wochenendpendler bist, mit zusätzlicher Immobilie in der Nähe des Arbeitsortes (hier kannst Du unter Umständen die Miete oder Hypothekenkosten zurückfordern),
  • oder Dich beruflich weiterentwickelt hast (z.B. Kursgebühren oder ähnliches).

Du siehst: Es gibt viele anrechenbare Ausgaben, die Dein Einkommen möglicherweise drücken, sodass Du weniger Steuern zahlen musst.

Grundfreibetrag und Kinderfreibetrag

Wie hoch ist der Grundfreibetrag?

Derzeit liegt der steuerliche Grundfreibetrag (wie oben beschrieben) bei 9.408 Euro. Er wird jährlich angepasst und lag 2019 bei 9.168 Euro und ein Jahr davor, 2018, bei 9.000 Euro. Dieser Betrag gilt für Singles. Verheiratete bzw. eingetragene Lebenspartner haben den exakt doppelten Grundfreibetrag von 18.816 Euro.

Grundfreibetrag 9.408 Euro / Person

Der Kinderfreibetrag ‎(einschließlich dem Betreuungsfreibetrag) steigt von 7.428 Euro (2018) auf 7.620 Euro (2019) sowie auf 7.812 Euro (2020). Gleichzeitig wird das Kindergeld ab dem 1. Juli 2019 jeweils um 10 Euro monatlich je Kind angehoben. Zum Ausgleich der „kalten Progression“ werden die Tarifeckwerte bei der Einkommensteuer um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2019 (1,84 %) und 2020 (1,95 %) nach rechts verschoben.

Kinderfreibetrag 7.812 Euro / Kind

Quelle: „Grundfreibetrag: Anhebung für 2019 und 2020“, IHK München

Arbeitsbezogenen Ausgaben absetzen

Im Grunde genommen senken alle arbeitsbezogenen Ausgaben Dein zu versteuerndes Einkommen.

Beispiel: Kilometerpauschale

Du pendelst jeden Tag zur Arbeit. Die Entfernung von Deinem Wohnort zur Arbeit beträgt 20 km. Nach dem deutschen Steuergesetz bekommst Du eine Kilometerpauschale von 30 Cent pro km für eine einfache Fahrt. Wenn Du also jeden Tag und das 220 Tage lang zur Arbeit fährst, würde das Dein zu versteuerndes Einkommen um 1.320 Euro (220 Tage * 20 km * 0,30 Euro) senken. Wenn Dein persönlicher Steuersatz 40% beträgt, bedeutet dies, dass Du eine Steuerrückerstattung von über 500 Euro erhalten würdest.

Dein persönlicher Steuersatz hängt vom Jahresgehalt ab. Diesen findest Du hier in dieser Tabelle.

Beispiel: Computer

Du hast einen Computer oder ein Smartphone für die Arbeit gekauft. Die Kosten dafür liegen bei 900 Euro. Bei einem persönlichen Satz von 40% könntest Du in Deiner Steuererklärung 360 Euro Rückerstattung betragen.

Beispiel: Weiterbildung durch Bücher

Du hast Bücher für die Arbeit im Wert von 150 Euro gekauft. Bei einem persönlichen Steuersatz von 40% bedeutet dies eine Steuerrückerstattung von 60 Euro.

Steuererklärung als Immobilien-Eigentümer

Anlage Vermietung und Verpachtung (Anlage V&V) – Hier zeige ich Dir, wie Deine Steuererklärung aussieht, wenn Du Immobilienbesitzer bist. Die jährliche Steuererklärung ist die Grundlage für die Festsetzung der Steuer. Für Immobilienbesitzer gilt es, zusätzlich die Anlage V&V zu beachten.

Abgabe der Steuererklärung

Damit Du eine rechtzeitige und unkomplizierte Abgabe Deiner Steuererklärung gewährleisten kannst, ist Vorbereitung wie so oft alles. Zur ordentlichen Buchführung mit Online-Buchhaltungssoftware kommen wichtige Angaben und Dokumente. Dazu gehört Deine Steuernummer, Deine Steuer-Identifikationsnummer und (wenn Du ein Gehalt beziehst) die Lohnsteuerbescheinigung.

Informationen, die angegeben werden müssen

Welche Informationen musst Du in Deiner Steuererklärung angeben?

Stelle sicher, dass all Deine Rechnungen und Belege gut organisiert und sortiert sind. Wenn Du selbstständig bist, ist es außerdem sinnvoll, dass Du eine Software-Buchhaltungslösung verwendest. Hier stehen Dir viele Tools zu Verfügung, von kostenloser Freeware bis zu bezahlten Lösungen wie sevdesk und lexoffice.

Pflichtangaben sind unter anderen:

  • Steuernummer: Diese Nummer wird bei der erstmaligen Abgabe einer Steuererklärung vergeben, falls Du noch keine hast. Als Selbstständiger bekommst Du Deine Steuernummer wenige Tage nach der Gewerbeanmeldung bzw. Gründung
  • Steuer-Identifikationsnummer: Diese Nummer wird Dir bei der Anmeldung vom Finanzamt erteilt
  • Lohnsteuerbescheinigung: Die Bescheinigung über Dein Einkommen und die gezahlten Steuern, die für alle Arbeitnehmer ausgestellt wird; auch für Dich als Geschäftsführer, wenn Du Gehalt beziehst

Steuer-Identifikationsnummer

Du hast Deine Steuer-Identifikationsnummer vergessen oder verloren?

Für Kindergeld und für Freistellungsaufträge benötigst Du eine Steuer-Identifikationsnummer. Aber auch für Anträge benötigst Du manchmal Deine Steuer-ID. Wenn Du Deine Steuer-ID nicht mehr weißt, kannst Du sie so (neu) beantragen:

  1. Öffne die Webseite vom Bundeszentralamt für Steuern
  2. Gib alle geforderten Informationen zu Deiner Person ein
  3. Klicke auf „Senden“

Deine Steuer-Identifikationsnummer wird anschließend an Deine Meldeadresse geschickt. Je nach Auslastung des Amts kann der Versand ein paar Wochen, in Einzelfällen sogar einige Monate dauern. Vor allem gegen Ende des Jahres musst Du in der Regel mit längeren Wartezeiten rechnen.

Online-Buchhaltungssoftware schafft zentralen Ort

Solltest Du Online-Buchhaltungssoftware verwenden?

Bevor wir gleich zur Abgabe mit Elster kommen, vorab ein Blick auf den Alltag Deiner Buchhaltung. Die Sicherstellung einer ordentlichen Buchführung ist für Dich als Unternehmer (aber auch als Privatperson) das A und O. Je ordentlicher Deine Buchführung ist, desto bessere Entscheidungen kannst Du treffen.

Durch die Verwendung von Buchhaltungssoftware liegen Deine Daten an einem zentralen Ort. Dies macht Deine Buchhaltung um ein Vielfaches effizienter. Verknüpfe dafür Dein Geschäftskonto mit Deiner Online-Buchhaltungssoftware. So kannst Du alle Buchungen in einem System bzw. in einer Software synchronisieren.

In der Software kannst Du außerdem Rechnungen und Quittungen erstellen. Du kannst sie in der Regel sogar automatisch den einzelnen Kontobewegungen zuordnen. Das nimmt Deiner Buchführung Komplexität. Du wirst im Laufe der Zeit mehr Geschäftskonten einrichten, mehr Buchungen haben, aber auch speziellere Fälle, wie Stornorechnungen, etc. Eine Online-Buchhaltungssoftware hilft Dir bei der Organisation und Synchronisation.

Steuererklärung einreichen mit Elster

Wie reichst Du die Steuererklärung ein?

Immer mehr Bundesbürger erledigen ihre Steuererklärung digital.

Wie steht Deutschland damit im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern, wenn es um Online-Bürgerdienste wie Elster geht? Dieses Balkendiagramm zeigt die derzeitige Nutzung öffentlicher Online-Bürgerdienste durch Privatpersonen in den verschiedenen EU-Ländern. In Norwegen nutzen bereits 60% der Befragten öffentliche Online-Bürgerdienste, in Deutschland sind es bislang nur 43%. Damit steht Deutschland im vorderen Mittelfeld. Der EU-Durchschnitt liegt bei 32%; damit -11% im Vergleich zu Deutschland.

Statistik: Nutzung öffentlicher Online-Bürgerdienste durch Privatpersonen in der EU | Statista

Elster Registrierung

Nach der Elster Registrierung kannst Du loslegen und Deine Steuererklärung elektronisch mit dem ELSTER-System beim Finanzamt einreichen. Denke frühzeitig an die Registrierung, denn bis Du den Zugangscode erhältst, kann ein wenig Zeit vergehen. Der Zugangscode wird via Post an die von Dir angegebene Adresse geschickt. Sobald Du die Registrierung abgeschlossen hast, folge den Anweisungen und gib alle Deine Einnahmen und Ausgaben ein.

Sprachen und Hilfe

Das System ist nur in deutscher Sprache verfügbar. Wenn Du nicht über ausreichend gute Deutschkenntnisse verfügst, brauchst Du jemanden, der Dir hilft. Es gibt aber auch viele englischsprachige Websites, die Dir bei der Einreichung von Steuererklärungen helfen. Suche dafür auf Google nach „tax declaration help“.

Abgabe und Formulare

Jeder, der eine Steuererklärung abgibt, muss das Hauptformular zur Einkommenssteuererklärung (ESt 1), sowie das Formular zur Kranken- und Rentenversicherung ausfüllen. Je nachdem, ob Du Freiberufler oder Selbstständig bist, gibt es zusätzliche Formulare, die Du ausfüllen musst:

Freiberufler

  • Einkommen von Freiberuflern – Anlage S
  • Einnahmenübersicht – Anlage EUR (nur, wenn Dein jährlicher Gewinn größer als 17.500 Euro ist)

Selbstständig

  • Selbstständigeneinkommen – Anlage G
  • Einnahmenübersicht – Anlage EUR (nur, wenn Dein jährlicher Gewinn größer als 17.500 Euro ist)

Alternative Methoden

Wenn Du zum ersten Mal eine eigene Steuererklärung ausfüllst und einreichst, Dir aber nicht sicher bist, ob DU alles richtig machst, gibt es online viele Möglichkeiten der Hilfe. Gegen eine geringe Gebühr (idR. 25 Euro) führen Dich diese Online-Tools Schritt für Schritt durch das Ausfüllen der Steuerformulare. Solche Online-Tools eignen sich perfekt für Arbeitnehmer, die Steuererleichterungen in Anspruch nehmen möchten, zum Beispiel wenn Du zur Arbeit pendelst oder wenn Du ein nur geringes Zweiteinkommen hast.

Auch Selbstständige können Online-Dienste nutzen, aber je nachdem wie kompliziert Deine Finanzen sind, ist es vorteilhaft, die Dienste eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen. Die Inanspruchnahme eines Steuerberaters ist teurer, kann Dir aber sowohl Stress, als auch Geld sparen.

Die Kosten für die Inanspruchnahme eines Steuerberaters richten sich nach Deinem Einkommen vor Abzügen bzw. Deinem Umsatz als Selbstständiger. Grundsätzlich gilt: Je mehr Du verdienst, desto mehr bezahlst Du. Die eigentliche Gebührenregelung ist stark reglementiert und ziemlich kompliziert, sodass es ratsam ist, einen Kostenvoranschlag anzufordern. Rechne aber damit, dass die Kosten für Deinen Steuerberater mehrere hundert Euro betragen werden.

Nach der Abgabe

Was passiert, nachdem Du Deine Steuererklärung abgegeben hast?

Die Veranlagung Deiner Steuererklärung dauert in der Regel einige Monate, dann bekommst Du Deinen Bescheid (Steuerbescheid). Darin wird Dir mitgeteilt, ob Du Anspruch auf eine Rückerstattung hast. Für Selbstständige werden hier auch alle Vorauszahlungen aufgeführt, die im folgenden Steuerjahr zu leisten sind.

Wenn Du Steuern schuldig bist, dann hast Du ab Eingang vier Wochen Zeit, um den ausstehenden Betrag zu begleichen.

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