Familienstiftung

Die Familienstiftung ist eine besondere Form der Stiftung. Dabei stehen der Stifter und zumindest einige der von der Stiftung Begünstigten in einem verwandtschaftlichen Verhältnis. Eine Familienstiftung ist in der Regel nicht gemeinnützig, sondern agiert privatwirtschaftlich. Nur wenn der „private Anteil“ der Stiftung maximal ein Drittel des Stiftungsgewinns beträgt und der Rest gemeinnützig ist, handelt es sich aus rechtlicher Sicht um eine gemeinnützige Stiftung.

Familienstiftung

Die meisten deutschen Stiftungen sind gemeinnützig. Eine Familienstiftung ist eine privatnützige Stiftung und somit nicht gemeinnützig, sondern privatwirtschaftlichen organisiert. In einer Familienstiftung sind die Begünstigten mit dem Stifter verwandt oder familiär verbunden. Die meisten Privatstiftungen in Deutschland sind Familienstiftungen. Die Familienstiftung ist bei Unternehmern und vermögenden Personen vor allem wegen ihrer Steuervorteile und der Flexibilität beliebt. Mithilfe von Familienstiftungen ist es möglich, das Vermögen wirksam vor dem Zugriff Dritter zu schützen (sogenannter Vermögensschutz). Dieser Vermögensschutz wird für die Familien besonders im Falle von Scheidungen oder Erbgängen wichtig.

  • Die Familienstiftung ist eine privatwirtschaftlich organisierte Stiftung
  • Familienstiftungen sind die häufigste Form der Privatstiftung in Deutschland
  • Sie soll das Vermögen einer Familie vor Dritten schützen (zum Beispiel im Falle von Erbgängen oder Scheidungen)
  • Sie bietet steuerliche Vorteile für Unternehmer und vermögende Privatpersonen

Vorteile einer Familienstiftung

Die Familienstiftung bietet eine Reihe von Vorteilen für die Stifter.

  1. Schutz des Vermögens vor Dritten
  2. Gläubigerschutz
  3. Steuerliche Vorteile

Besteuerung der Familienstiftung

Du hast bereits erfahren, dass Familienstiftungen Dir eine Menge steuerliche Vorteile bringen können. Doch was bedeutet das genau? Hier findest Du eine detaillierte Beschreibung der anfallenden Steuern einer Familienstiftung.

Familienstiftungen werden im Steuerrecht wie Kapitalgesellschaften behandelt und unterliegen somit der laufenden Körperschaftssteuer. Nur wenn die Familienstiftung gewerblich tätig ist, wird die Gewerbesteuer (ca. 15 %) automatisch erhoben. Wenn sie also bloß Vermögensverwaltung betreibt, muss die Familienstiftung nur die Körperschaftssteuer und den Solidaritätszuschlag zahlen (insgesamt 18,825 %). Dies ist ein ausgezeichneter Steuerbetrag. Aus diesem Grund sind Familienstiftungen so beliebt.

Es gibt jedoch auch eine Steuer, die nur bei dieser Rechtsform zur Anwendung kommt. Hierbei handelt es sich um die stellvertretende Erbschaft- und Schenkungssteuer. Diese geht davon aus, dass alle 30 Jahre eine Erbfolge über das Stiftungsvermögen stattfindet. Mit den richtigen Tricks können Stiftungen Steuerbelastungen jedoch minimieren oder ausschließen.

  • Familienstiftungen unterliegen der Körperschaftssteuer
  • Bei gewerblichen Tätigkeiten fällt auch für die Familienstiftung die Gewerbesteuer (ca. 15 %) an
  • Bei der Vermögensverwaltung fallen für die Familienstiftung nur die Körperschaftssteuer und der Solidaritätszuschlag (insgesamt 18,825 %) an
  • Zusätzlich gibt es die stellvertretende Erbschaft- und Schenkungssteuer (die Annahme, dass alle 30 Jahre eine Erbfolge über das Stiftungsvermögen stattfindet)

Eine Familienstiftung gründen

Für die Gründung einer Familienstiftung gibt es kaum Voraussetzungen. Jede natürliche Person kann, sobald sie volljährig ist, Stiftungen gründen. Was zu beachten ist und welche Kosten auf Dich zukommen können, erfährst Du hier.

Wer kann eine Familienstiftung gründen?

Jede volljährige, natürliche Person kann eine Familienstiftung gründen. Auch juristische Personen wie Vereine oder Gesellschaften können Stiftungen gründen.

Kosten bei der Gründung einer Familienstiftung

Die Kosten für die Gründung einer Stiftung variieren je nach Zweck und Bundesland. Die Gründung wird in dem Bundesland geprüft, in dem die Stiftung ihren Sitz haben wird. In der Regel werden jedoch Stiftungen mit einem Gründungskapital von 25.000 – 50.000 Euro akzeptiert.

Besteuerung bei der Gründung einer Familienstiftung

Es gibt einige Vorteile bei der Besteuerung von Familienstiftungen. Dadurch, dass es bestimmte Steuerfreibeträge gibt, hat der Stifter bereits eine Vielzahl von Steuervorteilen. Wenn der Stifter sich bereits bei der Gründung dazu verpflichtet, zu einem späteren Zeitpunkt seine Vermögenswerte auf die Familienstiftung zu übertragen, können auch diese Vermögenswerte als erbschafts- und schenkungssteuerrechtliche Freibeträge gelten.

  • Jede volljährige, natürliche Person kann eine Familienstiftung gründen
  • Der Stifter kann sich schon bei Gründung der Stiftung dazu verpflichten, mehr Vermögenswerte auf die Familienstiftung zu übertragen, die somit in Genuss erbschafts- und schenkungssteuerrechtlichen Freibeträge kommt

Immobilienvermögen und Familienstiftungen

Für Immobilieneigentümer sind Familienstiftungen besonders gut geeignet. Dies gilt besonders für Immobilien, die ein Steuerzahler nach 10 Jahren Eigentum steuerfrei verkaufen kann. Hierbei kann das steuerfreie Immobilienvermögen an die Familienstiftung verkauft werden. So wird die Liquidität des Stifters erhöht und kann somit für Investitionen in Pensionspläne genutzt werden. Auch die Familienstiftung zieht Gewinn aus diesem Vorgang. Sie kann nämlich von höheren Abschreibungen profitieren und hat insgesamt einen Steuersatz von nur 15,825 % (Körperschaftssteuer inkl. Solidaritätszuschlag). Die Mieteinnahmen des Stifters würden in der Regel mit der persönlichen Einkommenssteuer des Stifters besteuert werden. Der Höchstsatz hierfür liegt bei bis zu 47,475 %.

  • Nach 10 Jahren Besitz einer Immobilie kann ein Steuerzahler seine Immobilie steuerfrei verkaufen
  • Wenn er nun also die Immobilie an seine Stiftung verkauft, fallen für sie keine weiteren Kosten an
  • Durch den Verkauf steigert der Stifter seine Liquidität
  • Die persönliche Einkommenssteuer des Stifters wird nicht mit den Mieteinnahmen der Immobilie belastet
  • Die Familienstiftung kann von höheren Abschreibungen profitieren
  • Der Steuersatz für die Familienstiftung ist verhältnismäßig gering und beträgt nur 15,825 % (Körperschaftssteuer inkl. Solidaritätszuschlag)

Gewinnausschüttung einer Familienstiftung

Familienstiftungen haben weder Eigentümer noch Aktionäre. In der Stiftungssatzung wird der Destinatär festgelegt, an den die Gewinne ausgeschüttet werden. Das können einzelne Personen, soziale Einrichtungen oder bestimmte Zielgruppen sein. In der Regel sind es im Falle von Familienstiftungen jedoch Familienangehörige.

Fragen und Antworten zur Familienstiftung

Hier findest Du die Fragen, die am häufigsten zur Familienstiftung gestellt werden. Was kostet es eine Stiftung zu gründen? Kann man mit einer Stiftung Geld verdienen? Alle Fragen findest Du bei uns kurz und einfach beantwortet!

Was kostet es eine Stiftung zu gründen?

Die Gründung einer Stiftung wird von der zuständigen Landesbehörde geprüft. Daher können die Ausgaben je nach Bundesland variieren. In der Regel wird ein Gründungskapital von 25.000 – 50.000 Euro akzeptiert. Wenn Du vorhast eine Stiftung zu gründen, solltest Du Dich vorab bei Deiner Landesbehörde informieren.

Warum Familienstiftung?

Für eine Familienstiftung sprechen viele Gründe. Durch die Gründung einer Familienstiftung schützt die Familie ihr Vermögen vor Dritten, zum Beispiel im Falle von Scheidungen oder Erbgängen. Außerdem bietet die Familienstiftung eine Reihe von steuerlichen Vorteilen. Für Familien mit Immobilieneigentum eignen sich Familienstiftungen besonders gut, da die Immobilien im Besitz der Stiftung anders versteuert werden.

Was sind die Vorteile einer Stiftung?

Das Vermögen des Stifters wird genau für den Zweck verwendet, den der Stifter festgelegt hat. Das Vermögen des Stifters wird gesichert. Außerdem gibt es eine Reihe von steuerlichen Vorteilen für Stiftungen.

Was muss ich tun, um eine Stiftung zu gründen?

Jede natürliche, volljährige Person kann eine Stiftung gründen. Die Stiftung entsteht nach der Anerkennung des Stiftungsgeschäfts durch die zuständige Behörde, und zwar in dem Bundesland, in dem die Stiftung ihren Sitz haben soll.

Was bringt eine Stiftung steuerlich?

Stiftungen unterliegen nur der Körperschaftssteuer und dem Solidaritätszuschlag. Dieser Steuersatz liegt bei 15,825 % und ist ein sehr attraktiver Steuersatz.

Kann man mit einer Stiftung Geld verdienen?

Man kann mit einer Stiftung Geld verdienen. Das passiert beispielsweise durch Gewinne aus Zinserträgen. Auch lässt sich durch die steuerlichen Vorteile einer Stiftung viel Geld einsparen.

Was ist der Zweck einer Stiftung?

Der Zweck einer Stiftung wird von der Person festgelegt, die die Stiftung gründet. Es gibt gemeinnützige Stiftungen und privatwirtschaftliche Stiftungen. Rund 95 % der Stiftungen in Deutschland sind gemeinnützig und unterstützen Bildungsangebote oder Forschungen.

Kann ich eine Stiftung gründen?

Jede volljährige, natürliche Person kann eine Stiftung gründen. Du solltest jedoch ein gewisses Kapital aufweisen können. In der Regel wird ein Gründungskapital von 25.000 – 50.000 Euro akzeptiert.

Kann eine Stiftung eine GmbH sein?

Eine Stiftung hat keinen Eigentümer und auch keine Mitglieder. Sie kann jedoch eine GmbH gründen.

Wer ist Eigentümer einer Stiftung?

Eine Stiftung hat keinen Eigentümer. Es gibt zum einen den Stifter selbst und den Destinatär, an den die Gewinne der Stiftung ausgeschüttet werden.

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