Betriebsvermögen / Umlaufvermögen

Steuerlich ist es wichtig zu wissen, was der Unterschied zwischen Privat- und Betriebsvermögen ist. Alle Ausgaben müssen im Betriebsvermögen stehen und werden dann beim Finanzamt als Betriebsausgaben geltend gemacht. Allerdings gibt es im Betriebsvermögen eine Menge Vermögensgegenstände, die bei der Bilanz vorgelegt werden müssen. Es gibt Betriebsvermögen, die zwingend dem Betrieb gehören, weiterhin solche, die durch Wahlrecht dazu gerechnet werden können und die schließlich gewillkürte Betriebsvermögen. Klingt erstmal kompliziert? Wir erklären Dir alles ganz genau.

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Betriebsvermögen

Definition – Im Steuerrecht wird in der Buchhaltung die Bilanz berechnet. Die Bilanz setzt sich zusammen aus positiven und negativen Wirtschaftsgütern und berechnet so den Gewinn des Unternehmens. In diesem Prozess wird zwischen Betriebs- und Privatvermögen sowie notwendigem und willkürlichem Betriebsvermögen unterschieden.

Unterschied: Betriebsvermögen & Privatvermögen

Bei der Steuer ist es wichtig, zwischen privatem und betrieblichem Vermögen zu unterscheiden. Das Privatvermögen beinhaltet alle Wirtschaftsgüter, die objektiv erkennbar zu privaten Zwecken dienen. Während das Betriebsvermögen, wie beschrieben, alle positiven und negativen Güter umfasst, die rein dem Unternehmen dienen. Dazu gehören beispielsweise Positionen aus dem:

  • Anlagevermögen
  • Umlaufvermögen
  • Fremdkapital

Das Betriebsvermögen eines Unternehmens lässt sich in Anlage- und Umlaufvermögen aufgliedern. Zum Betriebsvermögen zählen alle Vermögensgegenstände eines Betriebs, die Schulden werden abgezogen. Zum Umlaufvermögen gehören die Wirtschaftsgüter, die nicht dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen. Sie sind dazu bestimmt verarbeitet, verbraucht oder verkauft zu werden.

Anlage-, Umlauf und Betriebsvermögen

Beispiele Anlagevermögen:

  • Fabrikgebäude
  • zur Produktion dienende Maschinen
  • zum eigenen Gebrauch vorhandene Fahrzeuge.

Beispiele Umlaufvermögen:

  • Rohstoffe
  • fertige Erzeugnisse, Bankguthaben, Kassenbestand, Forderungen aufgrund von erbrachten Leistungen

Beispiel Betriebsvermögen:

  • Beispiel Anlagevermögen plus Beispiel Umlaufvermögen (beides zusammen)

Beispiele und Berechnung

In wenigen Schritten lässt sich die Zuteilung vornehmen.

Betriebliche Nutzung und Zurechnung Betriebsvermögen

Liegt die betriebliche Nutzung der beweglichen Wirtschaftsgüter (z.B. PKW) bei unter 50%, so wird sie dem Betriebsvermögen nicht zugeordnet (0%). Liegt die betriebliche Nutzung bei über 50%, so wird sie dem Betriebsvermögen zugeordnet (100%).

  • betriebliche Nutzung unter 50% = 0% Betriebsvermögen
  • betriebliche Nutzung über 50%  = 100 % Betriebsvermögen

Beispiel PKW

Schauen wir uns die Berechnung des Betriebsvermögens an einem praktischen Beispiel an: Anhand eines PKWs, der in der eigenen Firma genutzt wird.

Ich benutze meinen PKW 60% für die Arbeit und 40% für private Zwecke. So liegt die Nutzung bei über 50% betrieblich und ich kann es bei meinem Betrieb buchhalterisch als Betriebsausgabe geltend machen. So kann der Betrieb 100% übernehmen.

Beispiel Immobilie

Bei Grund und Boden bzw. Gebäude Gütern des Unternehmens sagt man:

Liegt die betriebliche Nutzung unter 20%, so wird sie dem Betriebsvermögen nicht zugeordnet (0%). Liegt sie zwischen 20%-80%, so wird sie exakt dem Betriebsvermögen zugeordnet und liegt die betriebliche Nutzung über 80%, so wird sie dem Betriebsvermögen 100% zugeordnet.

Betriebsvermögen: Weitere Begriffe

Wer kann ein Betriebsvermögen haben? Was ist notwendiges oder gewillkürtes Betriebsvermögen? Hier noch wichtige Begriffe aus dem Themengebiet:

Wer kann ein Betriebsvermögen haben?

Das Betriebsvermögen ist jenes Vermögen, welches dem Unternehmen dient. Ein Betriebsvermögen kann also jeder Gewerbetreibende haben oder natürlich Selbstständige, Landwirte und Forstwirte und auch jede Gesellschaft, die erwerbstätig ist.

Notwendiges Betriebsvermögen

Alle Wirtschaftsgüter die mehr als 50% genutzt werden, sind „notwendiges Betriebsvermögen“, beispielsweise Tablets, Laptops, Handys, Lagerhalle, Bürogebäude. Sie haben einen direkten Bezug zum Unternehmen, weil sie ausschließlich für und im Betrieb angewendet werden.

Gewillkürtes Betriebsvermögen

Hier geht es darum, dass das genutzte Gut weder „notwendig“ noch wirklich privat genutzt wird. So kann man bei betrieblicher Nutzung zwischen 10%-50% diese Güter dem Betriebsvermögen willkürlich anrechnen. Dazu gehören zum Beispiel PKWs die zu privaten und dienstlichen Zwecken genutzt werden. Steuerlich wird das gewillkürte Betriebsvermögen im Rahmen der Gewinnermittlung angesetzt.

Achtung: Diese Betriebsvermögen müssen zeitnah festgehalten und dokumentiert werden. Eine rückwirkende Buchung ist nicht möglich. So wird dies im Anlagenverzeichnis kenntlich gemacht oder durch eine schriftliche Erklärung dem Finanzamt überreicht.

Stille Reserven

Stille Reserven sind Kapitalrücklagen oder Vermögenswerte, die nur die internen Positionen kennen sollten.

  • Kapitalrücklagen
  • Vermögenswerte

Unternehmen sollten ihre stillen Reserven beachten. Zu stillen Reserven kommt es, wenn ein Gut einen höheren Wert erzielt, als im Anlagenverzeichnis beschrieben wurde. Beispielsweise treten solche stillen Reserven bei Preissteigerungen von Grundstücken auf, die dem Betriebsvermögen gehören.

Sonderbetriebsvermögen

Sonderbetriebsvermögen sind Wirtschaftsgüter, welche zum Eigentum von Personen gehören, die z.B. an Personengesellschaften beteiligt sind. Man unterscheidet zwischen Betriebsvermögen I und II.

  • Sonderbetriebsvermögen I – Das Wirtschaftsgut dient dem Betrieb der Mitunternehmerschaft (bspw. PKW Vermietung)
  • Sonderbetriebsvermögen II – Die Wirtschaftsgüter, welche die Beteiligung des Gesellschafters an der Gesellschaft stärken (bspw. Gesellschaftsanteile)

Umlaufvermögen

Das Umlaufvermögen ist stetig im Umlauf der Firma. Es dient dem Unternehmen kurzfristig. Dazu gehört beispielsweise der Warenbestand, Forderungen, Bargeld sowie Guthaben auf dem Konto.

Das Umlaufvermögen dient im Gegensatz zum Anlagevermögen nicht dem langfristigen Speicher. An dieser Stelle können Vermögensgegenstände bilanziert werden, die man nur kurzfristig halten will.

  • Stetig im Umlauf der Firma
  • Umlaufvermögen dienen dem Unternehmen nur kurzfristig

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