Genossenschaft gründen: Ablauf, Vorteile, Kosten, Steuern und Haftung – Überblick

Gründung der Genossenschaft – Du beschäftigst Dich heute zum ersten Mal mit „Genossenschaften“, dann ist hier Deine erste Anlaufstelle, mit kurzen Fakten zu den zentralen Fragen: Wie kann man eine Genossenschaft gründen? Was kostet es eine Genossenschaft zu gründen? Was sind die Vorteile einer Genossenschaft? Wer haftet bei der Genossenschaft? Dieser Artikel soll Dir schon einmal einen minimalen Überblick zum Thema Gründung einer Genossenschaft geben. Wenn Du tiefer gehend mit Genossenschaften befassen willst, schau hier in den Immobilien Kursen vorbei.

Wie kann man eine Genossenschaft gründen?

Die Genossenschaft als Unternehmen ist sogar viele Unternehmern selbst fast vollkommen unbekannt. Im Steuerlexikon hast Du schon gelernt, dass eine Genossenschaft eine Vereinigung aus mindestens 3 Personen ist. Die Firma trägt dann den Zusatz:

„eingetragene Genossenschaft (eG)“

oder die Abkürzung „eG“ aufweisen nach § 3 I GenG.

Warum eine Genossenschaft gründen?

Was sind die Vorteile einer Genossenschaft? Der Grundgedanke einer Genossenschaft, in ihrer ursprünglichen Form war und ist es, dass man Ziele gemeinsam besser erreichen kann, als Allein. Wenn Ziele einzelner also „zu ambitioniert“ sind, könnte ich ein Zusammenschluss lohnen, wenn die wirtschaftlichen Ziele gleich sind. Gleichzeitig bleibt die eigene, Selbstständigkeit gewahrt. Dazu auch gleich mehr in den Genossenschaft Beispielen.

Viele kennen Genossenschaften vom Begriff eher aus dem 19. und 20. Jahrhundert, als sich Bauern und Betriebe zu Genossenschaften zusammenschlossen. So konnte beispielsweise Einkäufe gebündelt werden, was größere Rabatte zur Folge hat und weniger Logistik-Aufwand. Viele kleine, konnten sich so aber auch zu einer gemeinsamen, größeren Lobby zusammenschließen. Das gemeinsame Auftreten im Markt sorgt also für günstigere Konditionen und effizientere Abläufe.

Genossenschaftsgesetz (GenG): § 1 Wesen der Genossenschaft

(1) Gesellschaften von nicht geschlossener Mitgliederzahl, deren Zweck darauf gerichtet ist, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern (Genossenschaften), erwerben die Rechte einer „eingetragenen Genossenschaft“ nach Maßgabe dieses Gesetzes.

(2) Eine Beteiligung an Gesellschaften und sonstigen Personenvereinigungen einschließlich der Körperschaften des öffentlichen Rechts ist zulässig, wenn sie

  1. der Förderung des Erwerbes oder der Wirtschaft der Mitglieder der Genossenschaft oder deren sozialer oder kultureller Belange oder,
  2. ohne den alleinigen oder überwiegenden Zweck der Genossenschaft zu bilden, gemeinnützigen Bestrebungen der Genossenschaft
    zu dienen bestimmt ist.

Und wer haftet, wenn etwas schief geht?

Haftung: Vorstand einer Genossenschaft

Der Vorstand in einer Genossenschaft haftet gegenüber der Genossenschaft nur, wegen einer Nicht- oder Schlechterfüllung der Organmitgliedschaftspflichten, wie in einer Aktiengesellschaft. Diese Pflichten für die Vorstandsmitglieder der Genossenschaft, werden Einzelnen im Gesetz aufgeführt.

Arten von Genossenschaften: Anschaffung, Vertrieb, Wohnbaugewerbe & Co.

Heute gibt es zwei verschiedene Arten von Genossenschaften in Deutschland:

  1. wirtschaftlicher Art
  2. kultureller und sozialer Art

Für Dich interessant, sind dann natürlich Genossenschaften wirtschaftlicher Art. Zu den wirtschaftlichen Arten gehören zum Beispiel:

Absatzgenossenschaft: Verkaufsförderung

Produkte, die erzeugt wurden, müssen verkauft werden. Absatzgenossenschaften kümmern sich genau darum, sie dienen der Verkaufsförderung. Solch eine Art der Genossenschaft findest Du häufig in der Landwirtschaft.

Baugenossenschaft: Wohnraum

Baugenossenschaften haben den Bau von günstigen Wohnungen als Aufgabe. In Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf und allen anderen Städten findest Du Baugenossenschaften. Diese nutzen Mieter gern. Sie können sich Anteile der Genossenschaft erwerben, diese kosten in der Regel zwischen 250 und 1.000 Euro. Hat man ausreichend Anteile, darf man einziehen. Dazu gehört dann auch der Begriff „Genossenschaftswohnung“. Eine Genossenschaftswohnung bezeichnet explizit, eine von einem gemeinnützigen Bauträger errichtete Miet- oder Eigentumswohnung.

Betriebsgenossenschaft: Teure Anschaffungen

Maschinen sind teuer, für viele Produktionen fallen hohe Anschaffungskosten an. Sie sind der Grund, sich zu einer Betriebsgenossenschaft zusammen zu schließen. Ist eine Maschine für den Bau in der Anschaffung für einen einzelnen Unternehmer zu teuer, kann diese Maschine so über die Betriebsgenossenschaft von allen Mitgliedern genutzt werden.

Einkaufsgenossenschaft oder Konsumgenossenschaft

Die Einkaufsgenossenschaft ähnelt der Konsumgenossenschaft, deshalb habe ich hier auch beide in einen Punkt zusammengefasst. Bei einer Einkaufsgenossenschaft steht der preisgünstige Einkauf von großen Mengen im Vordergrund. Unabhängig vom Gut: Rohstoffe, Maschinen oder Waren. So bekommst Du als Einkaufsgenossenschaft größere Rabatte und kannst so mit deutlich günstigeren Konditionen rechnen.

Der Unterschied zwischen Einkaufsgenossenschaft und Konsumgenossenschaft liegt dann darin, dass die Konsumgenossenschaft zusätzlich eine günstige Distribution (Weiterverkauft) ermöglicht. Gründen können übrigens auch Endverbraucher, die sich zusammen schließen, ein Unternehmen gründen, um gemeinsam Lebensmittel einzukaufen (oder andere Waren und Dienstleistungen).

Kreditgenossenschaft: Günstige Darlehen

Du kannst sicher die Volksbank (in Städten) und Raiffeisenbanken (Länder). Kreditgenossenschaften geben günstige Kredite und Darlehen.

Neben diesen, gibt es natürlich noch weitere Modelle von Genossenschaften, zum Beispiel die Produktionsgenossenschaft. Sie kümmert sich im Speziellen um die Verarbeitung erzeugter Produkte von Mitgliedern (Winzer, usw.).

Anschaffung teurer Maschinen (Beispiel im Bild um 145.000 Euro), bei seltenem Einsatz:

Beispiel: Import von Großbestellungen aus Übersee:

Gründung der Genossenschaft: Ablauf, Mustersatzung & Co.

Hier noch ein erster, schneller und sehr allgemeiner Überblick zur Gründung der Genossenschaft.

Bis zur Eintragung ins Genossenschaftsregister musst Du viele Einzelschritte zu durchlaufen. Du musst:

  • einen Geschäftsplan entwickeln
  • eine Satzung erstellen
  • eine Gründungssitzung abhalten
  • ein Protokoll vorbereiten
  • die Mitgliedschaft in der Vereinigung beantragen
  • vieles mehr

Konzept und Mustersatzung für kleine Genossenschaften

Für die Gründung brauchst Du die Geschäftsidee, das Gründungsteam (3 Personen) und ein Wirtschaftskonzept, welche über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren gehen muss. Damit wirt dann die Satzung beschlossen, sie gibt der Genossenschaft eine Struktur. So sieht ein beispielhaftes, einfaches Inhaltsübersicht einer Mustersatzung für kleine Genossenschaften aus:

§ 1 – Name, Sitz, Gegenstand, Geschäftsjahr   – 2 –
§ 2 – Geschäftsanteil, Zahlungen, Rücklagen, Nachschüsse, Rückvergütung, Verjährung  – 2 –
§ 3 – Generalversammlung    – 2 –
§ 4 – Vorstand   – 3 –
§ 5 – Bevollmächtigter, Revisionskommission     – 3 –
§ 6 – Beendigung der Mitgliedschaft, Ausschluss, Auseinandersetzung     – 4 –
§ 7 – Bekanntmachungen   – 4 –

Vor der Gründung der Genossenschaft, sollte die Satzung von einem Verband oder Rechtsanwalt, der oder die sich mit dem Genossenschaftsgesetz auskennt, wie bei jeder Gründung, geprüft werden. Haben sich alle Beteiligten geeinigte, dann wird die Genossenschaft durch die Unterschrift gegründet. Jetzt werden nur noch die Organmitglieder gewählt. Ein Notars ist bei der Gründungssitzung ist nicht erforderlich.

Kosten, Steuern, Vorteile und mehr

Viele Selbstständige & Unternehmer haben echte Schmerzen bei ihrer Steuer- und Abgabenlast. Genossenschaften sind wie Stiftungen und vermögensverwaltende GmbHs mögliche Konstrukte. Alle bieten ganz individuelle Vorteile und je nach Anschaffungen und deren Identitäten Steuervorteile. Wir haben 3 altbekannte Fachgebiete zu einer völlig neuen Strategie kombiniert, die es Leistungsträgern ermöglicht, Steuern in privates Vermögen umzuwandeln. Lerne im Steuercoaching wie Du, nur mit Köpfchen allein, ein Cashflow-trächtiges Millionen-Vermögen aufbauen und somit Dein Leben immer entspannter gestalten kannst.

Denn auch unter Unternehmen sind diese effektiven und legalen Gestaltungsmöglichkeiten meist gänzlich unbekannt. Dieser folgende Auszug zeigt Dir, dass selbst Unternehmer und Ämter selten mit der Materie „Genossenschaft“ zu tun haben.

Seltenes Tool in der Steueroptimierung, selbst bei Unternehmern

Ein Teilnehmer vom Steuercoaching sagte nach der Veranstaltung im Interview:

„Irgendwann während des Coachings habe ich für mich entschieden, die Genossenschaft ist zu meiner Freiberuflichkeit genau das, was ich machen möchte. Ziel war es also eine weitere steuerliche Identität aufbauen. Die Dienstleistungsgenossenschaft bin ich mittlerweile schon angegangen. […]

Das Spannende ist, wenn man beim Gewerbe NRW versucht ein Gewerbe anzumelden und die Rechtsform auswählt, ist es nicht möglich eine Genossenschaft auszuwählen. Die Form existiert nicht. Es kommt ein Popup, wo dann steht „bitte wenden Sie sich direkt an das Finanzamt. Sie können die Genossenschaft nicht online anmelden.“ Da weiß man schon, wo die Genossenschaft im Kosmos der Rechtsform angesiedelt ist. Sie ist nicht existent. Ich werde die Rechtsform Genossenschaft zurückbringen. Kampe Genossenschaft. Jeder der es nicht hören will, kriegt es trotzdem von mir zuhören. Das hat keiner auf dem Schirm und dadurch hat sich vieles verändert und wird sich noch vieles verändern.“

Genossenschaft gründen für ein Wohnprojekt? Du kannst zu Beispiel eine extra Genossenschaft gründen, für den Hauskauf. Genossenschaften und ihre speziellen Steuervorteile – Lern wie es funktioniert im:

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