Architekt werden: Tätigkeit, Gehalt, Studium & Voraussetzung

Sie entwerfen die Gebäude dieser Welt – von futuristischen Wolkenkratzern, wie dem Burj Khalifa bis zu atemberaubenden Opernhäusern, wie der Elbphilharmonie in Hamburg. Architekten sind echte Allrounder und sind nicht nur für den Entwurf des Projektes zuständig, sondern auch für die Bauorganisation. Auch Du willst Architekt werden und fragst Dich: Was für eine Ausbildung braucht man als Architekt? Wie viel kostet das Studium und was sind die Voraussetzungen? Alle Fragen rund um Gehalt, Studium und Berufschancen findest Du hier.

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Architektur: Tätigkeit, Verdienst & Karriere

Die Bundesarchitektenkammer meldet rund 135.846 Architekten deutschlandweit, deren 38.400 Unternehmen jedes Jahr eine Bausumme von 240 Milliarden Euro bewegen. Auch der Erzeugerpreisindex verzeichnet hohe Zahlen und befindet sich mit 107,8 auf dem Höchstwert. Die Architekturbranche zeichnet sich nicht nur durch seine volkswirtschaftliche Bedeutung aus, sondern auch durch seine stetige Beliebtheit auf dem Arbeitsmarkt. Kein Wunder: Das Berufsprofil des Architekten ist vielfältig. Du willst Architekt werden? Und fragst Dich: Was macht ein Architekt jeden Tag? Wie hoch ist der Verdienst? Und kannst Du auch ohne Studium Architekt werden? Dies und mehr erfährst Du hier. Außerdem am Ende: Alle Infos zur Architektenkammer erklärt.

Der Beruf des Architekten lässt sich leicht definieren: Ob Mansardenwohnung, Stadtvilla oder Mehrfamilienhaus – Ein Architekt plant Bauprojekte jeglicher Art. Hierfür skizziert er nicht nur den Grundriss des Gebäudes, sondern betreut es auch während allen Bauphasen. Alltägliche Aufgaben und Gehalt unterscheiden sich je nach Arbeitgeber, Projekt und Spezialisierung. Die Vielfältigkeit des Berufs bietet außerdem Raum für jede Menge branchenübergreifender Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten. Statistiken zu den durchschnittlichen Arbeitsstunden pro Woche und die aktuelle Umsatzentwicklung siehst Du hier ebenfalls.

Tätigkeiten eines Architekten: Wohnprojekte im Hochbau

Prinzipiell sind Architekten für den Entwurf von Bauwerken im Hochbau unter Berücksichtigung ästhetischer, funktionaler und wirtschaftlicher Aspekte zuständig. Neben dem Skizzieren des Bauwerks, betreuen viele Architekten auch das Bauprojekt bis zur Fertigstellung persönlich und gehen regelmäßig auf die Baustelle, um sich den Bauprozess genauer anzuschauen. Ein Großteil der Arbeit findet jedoch im Büro statt, wo durch moderne Computer-Aided-Design-Programme Entwürfe des Gebäudes entstehen, Berechnungen vorgenommen und Bauanträge geschrieben werden. Architekten, die nicht nur mit dem  Entwurf, sondern auch mit der Bauleitung beschäftigt sind, stehen während des Baus stets mit Bauingenieuren und Facility Managern in Kontakt und nehmen Außentermine, so wie kurze geschäftliche Reisen wahr.

Hier sind nochmal alle Tätigkeiten und Aufgaben zusammengefasst:

  • Entwurf von Bauwerken
  • Berechnungen erstellen
  • Bauanträge erstellen und einreichen
  • Örtliche Betreuung des Projekts auf der Baustelle
  • Bauüberwachung und -Leitung
  • Kostenplanung
  • Beratung des Bauherrn
  • Koordination der Handwerker auf der Baustelle

Durchschnittliche Arbeitsstunden pro Woche – Statistik

Wie viel arbeitet ein Architekt? Wenn Du Vollzeit als Architekt arbeitest, sind Deine Arbeitszeiten ähnlich, wie in anderen Büroberufen auch. Natürlich kann es mal vorkommen, dass Du länger im Büro bleiben musst, wenn sich die Deadline eines wichtigen Projektes anbahnt, oder Du noch spontan auf der Baustelle vorbeischauen musst. Die Regel ist es jedoch nicht. In der folgenden Statistik siehst Du die durchschnittlichen Arbeitsstunden pro Woche in der Bauplanung, Architektur und Vermessung:

  • Unter 21 Stunden/Woche: 9,2%
  • 21-31 Stunden/Woche: 3,7%
  • 36-39 Stunden/Woche: 14,1%
  • 40 Stunden/Woche: 50,6%
  • 41-44 Stunden/Woche: 5%
  • 45 und mehr Stunden/Woche: 14,4%

Statistik: Durchschnittliche Arbeitsstunden pro Woche in der Bauplanung, Architektur und Vermessung in Deutschland im Jahr 2019 | Statista

Gehalt: Berufseinsteiger bis Freiberufler

Das Gehalt für Berufseinsteiger variiert je nach Praxiserfahrung und Auslandserfahrung während oder nach der beendeten Ausbildung. Wichtig ist auch in welcher Branche sich der Arbeitgeber befindet, wie groß das Unternehmen ist und auf welche Tätigkeit Du Dich als Architekt spezialisiert hast. Das übliche Einstiegsgehalt eines Architekten liegt bei 2500 Euro brutto monatlich, Höhere Gehälter sind im Bereich Gestaltung und Entwurf öfter zu finden.

Prinzipiell kannst Du Dir merken:

Das Gehalt eines Architekten hängt prozentual von der Bausumme ab

Viele Architektenhäuser lassen sich vor allem im Bereich Off Market Immobilien finden. Wenn auch Du für ein solches Projekt arbeitest, kannst Du also nicht nur von einem höheren Verdienst, sondern auch von einer exklusive Kundschaft ausgehen.

Während große Gehaltssprünge in kleinen Architekturbüros und im kreativen Bereich eher eine Seltenheit sind, kannst Du im administrativen Bereich, etwa bei der Bauplanung, eher eine Karriereleiter hinauf klettern und somit auch durchaus Positionen im Management und der Projektleitung einnehmen. Hier verdienen erfahrene Architekten auch öfter mal 5.000 Euro brutto im Monat.

  • Berufseinsteiger: Unter 2.500 Euro brutto
  • Erfahrene Architekten im Management: Bis zu 6.000 Euro brutto

Aufstiegschancen & Arbeitgeber: Gutachter, Berater und Professor

Die Arbeit des Architekten ist vielfältig. Schließlich gibt es im Bauhauptgewerbe jede Menge zu tun. Je nach Spezialisierung und Tätigkeiten kannst Du also entweder selbstständig arbeiten oder als Angestellter in einem Architektur- oder Ingenieurbüro. Weitere Arbeitgeber sind außerdem Wohnbaugesellschaften, Bauunternehmen oder auch Denkmalbehörden.

Etwa die Hälfte aller Architekten sind selbständig

Obwohl die Arbeit als Freiberufler und Angestellter im Büro zu den bekanntesten Arbeitsmöglichkeiten eines Architekten gehören, stehen Dir auch eine Vielzahl anderer Arbeitsfelder und Möglichkeiten offen. So kannst Du als Gutachter Immobilien bewerten, oder nach einer Weiterbildung sogar als Corporate Real Estate Manager tätig sein. Auch in interdisziplinären Schnittbranchen, wie Industrial Design und Produktdesign, kannst Du als Architekt arbeiten.

Weitere Karrieremöglichkeiten sind:

  • Gutachter
  • Technischer Sachverständiger
  • Berater
  • Bauabrechner
  • Projektleitung und -Manager
  • Professor

Je nach Arbeitgeber und Projekt bist Du also nicht nur im Büro unterwegs, sondern gerne auch mal persönlich auf der Baustelle:

Umsatzentwicklung im Architekturmarkt – Statistik

Dass sich der Architekturmarkt immer größerer Beliebtheit erfreut, zeigt sich am steigernden Umsatz der Architekturbranche in Deutschland. Die stetig wachsende Umsatzentwicklung bedeutet auch große Sicherheit im Berufsfeld und wachsende Karrieremöglichkeiten in der Branche.

Hier eine Statistik über die Umsatzentwicklung zwischen den Jahren 2003 und 2019:

  • 2003: 7.058 Mio Dollar
  • 2010: 8.031 Mio Dollar / +14%
  • 2019: 12.427 Mio Dollar / +55%

Statistik: Umsatzentwicklung im Architekturmarkt in Deutschland von 2003 bis 2019 (in Millionen Euro) | Statista

Fachrichtungen: Innen-, Landwirtschaftsarchitekt und Stadtplaner

Welche Arten von Architekten gibt es? Tatsächlich wird neben dem Architekten allgemein auch zwischen dem Innen- und Landschaftsarchitekt, so wie dem Stadtplaner differenziert.

Architekt: Gebäudeentwurf und -Planung im Hochbau

Natürlich kannst Du auch ohne spezielle Fachrichtung als Architekt tätig sein. Hier bist Du dann für das Entwerfen von Gebäuden im Hochbau zuständig. Vom Wohnungsbau bis zum gewerblichen Hochbau: Um welche Art von Bauprojekt es sich handelt, bleibt offen. Einziges Kriterium: Du musst durch die Architektenkammer befähigt sein Bauanträge zu schreiben und einzureichen.

Innenarchitekt: Gestaltung der Gebäudeinnenräume

Eine spezialisierte Form der Architektur ist die Innenarchitektur. Innenarchitekten gestalten nicht komplette Gebäude, sondern sind lediglich für die Gestaltung der Gebäudeinnenräume zuständig. Neben gestalterischen Aspekten der Innenarchitektur, nehmen sie sich auch bautechnischer, wirtschaftlicher und funktionaler Aufgaben an. Zu den typischen Arbeitgebern gehören neben den klassischen Architektenbüros auch Möbelhersteller, Denkmalschutzbehörden und Ateliers.

Landschaftsarchitekt: Stadterneuerung und Siedlungsentwicklung

Wenn das Gestalten von Gebäudeinnenräumen nichts für Dich ist, kannst Du Dich auch auf Landschaftsarchitektur spezialisieren. Zu den Grundaufgaben gehören hier die Erhaltung und Planung von Naturräumen, Stadterneuerung und Siedlungsentwicklung. Landschaftsarchitekten können als Sachverständige arbeiten, im Management Bereich oder auch bei Entwicklungsprojekten und Wirtschaftsverbänden. Im Gegensatz zu anderen Architekten kannst Du hier auch in der wissenschaftlichen Forschung tätig werden.

Stadtplaner: Arbeit auf kommunaler Ebene

Wie es der Name hier bereits sagt, sind Stadtplaner hauptsächlich mit größeren städtebaulichen Projekten beschäftigt. Neben der Erstellung von Finanzierungsplänen, sind sie auch für Baupläne und die Projektdurchführung verantwortlich. Entscheidest Du Dich für eine Karriere als Stadtplaner, kannst du Berufe auf kommunaler Ebene annehmen, in Planungsämtern oder auch in Wohnungsbaugesellschaften und Landschaftsplanungsbüros:

Voraussetzungen: Soft Skills und Hard Skills

Bevor Du Dich mit der Frage auseinandersetzt „Mit oder ohne Studium Architekt werden?“ solltest Du Dich erstmal mit den Voraussetzungen auseinander setzen. Diese unterscheiden sich je nach Bildungsweg, allgemein jedoch lassen sich auch hier einige Hard und Soft Skills auflisten, die Dir für die Ausbildung und Deine spätere Karriere hilfreich sein könnten. Auch gewisse persönliche Interessen und Begabungen sind von Vorteil.

Architekten verbinden Kreativität mit naturwissenschaftlich-mathematischem Verständnis. Neben einer Leidenschaft für das Zeichnen und Skizzieren von Entwürfen, solltest Du also auch ein gewisses Grundverständnis in Physik, Mathe und Chemie mitbringen. Auch räumliches Denken und ein gutes Vorstellungsvermögen gelten zu den Grundvoraussetzungen eines angehenden Architekten. Organisatorischen und technischen Aufgaben solltest Du ebenfalls gewachsen sein und mit nähernden Deadlines gut zurecht kommen können.

Hier nochmal die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:

  • Künstlerisches Talent
  • Naturwissenschaftlich-mathematischem Verständnis
  • Räumliches Denken und ausgeprägte Vorstellungskraft
  • Organisationstalent und Stressresistenz

Wenn Du Dich für ein Hochschulstudium interessierst, solltest Du Dir vor der Bewerbung die genauen Bewerbungsvoraussetzungen der jeweiligen Hochschulen genau anschauen. Neben einem Numerus Clausus gilt es oft einen Eignungstest zu absolvieren und eine Skizzenmappe mit Ideen oder Arbeitserfahrung (etwa durch Praktika) abzugeben.

Neben Organisationstalent, Teamfähigkeit und mathematischem Verständnis, kommt es also auch auf deine Skizzierfähigkeiten an:

Berufsbild Architekt: Wichtigste Fragen beantwortet

Bevor wir auf die Ausbildung zum Architekten eingehen, die entstehenden Kosten und Fähigkeiten, die Du im Studium lernen wirst, sind hier nochmal alle Fragen zum Berufsbild des Architekten beantwortet.

Was machen Architekten?

Architekten sind für den Entwurf eines Gebäudes zuständig. Bei der Planung des Gebäudes beachten sie technische, so wie wirtschaftliche und gestalterische Prinzipien. Neben dem Skizzieren des Entwurfs sind Architekten außerdem für Bauanträge verantwortlich. Je nach Projekt und Qualifikation können Architekten auch in der Bauleitung tätig sein.

Was gibt es für Architekten?

Das Berufsfeld der Architekten ist vielfältig. Neben Architekten, die bei der allgemeinen Gebäudeplanung tätig sind, gibt es Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner.

Wie viel verdient ein Architekt?

Berufseinsteiger verdienen unter 2500 Euro brutto im Monat. Erfahrene Architekten und Architekten im Management können bis zu 6.000 Euro monatlich verdienen. Prinzipiell gilt: Je höher die Bausumme, um so mehr verdienen Architekten.

Wo arbeiten Architekten?

Architekten arbeiten in Architektur- oder Ingenieurbüros oder sind selbständig als Freiberufler unterwegs. Zu weiteren Arbeitgebern gehören: Wohnbaugesellschaften, Bauunternehmen und Denkmalbehörden.

Wie lange arbeitet ein Architekt?

Architekten, die Vollzeit tätig sind, arbeiten 8 Stunden am Tag. Hierbei handelt es sich um feste Arbeitszeiten.

Welche Fähigkeiten muss man haben um Architekt zu werden?

Neben künstlerischem Talent brauchen Architekten gutes räumliches Denken und ein ausgeprägtes naturwissenschaftliches Verständnis. Für die Arbeit im Büro sind außerdem Organisationtalent, ein hohes Verantwortungsgefühl und Stressresistenz von Vorteil.

Architekt werden: mit oder ohne Studium?

Nachdem Du jetzt Einiges über den Beruf des Architekten gelernt hast, stellst Du Dir sicherlich die Frage: Wie wird man eigentlich Architekt?

Eine Sache vorab: Es gibt keinen klassischen Weg und auch keine klassische Ausbildung zum Architekten. Wenn Du Dir Deines Berufswunsches früh sicher bist, kannst Du dich schon direkt nach der Schule an einer Universität oder Fachhochschule deiner Wahl für den Studiengang Architektur einschreiben lassen. Auch eine Ausbildung in einem Architekturbüro ist durchaus möglich. Wichtig: Egal für welchen Weg Du Dich entscheidest, an der Architektenkammer führt vor Karrierebeginn kein Weg vorbei. Mehr dazu, erfährst Du gleich.

Hochschulstudium: Wichtigste Fächer und Lerninhalte

Etliche Universitäten und Fachhochschulen bieten einen Architekturstudiengang an. Dieses Studium dauert in der Regel 8 Semester, wobei hier auch 10 Semester und mehr nicht unüblich sind. Je nach Hochschule sind manchmal auch Praxis- und Auslandssemester vorgeschrieben. Während des Bachelorstudiums beschäftigen sich Studenten mit dem Entwurf, der Planung und dem Modellieren von Bauwerken und lernen bereits früh wichtige praxisorientierte Grundlagen. Vor allem naturwissenschaftliches und mathematisches Wissen, wie Bauphysik, Baustoffkunde und Elektrotechnik stehen hier auf dem Stundenplan.

Zu den Hauptkursen gehören unter anderem:

  • Bauphysik, -Statik und -Chemie
  • Baustoffkunde
  • Sanitär-, Heiz- und Elektrotechnik
  • Beton-, Holz und Stahlbau

Auch Seminare aus den Bereichen Business und Management werden angeboten, so wie Kurse, in denen die Studenten historisches und künstlerisches Wissen erwerben können. Neben Baurecht und -Management, stehen auch Bau- und Kunstgeschichte im Vordergrund.

Hier ein Überblick:

  • Baumanagement
  • Baurecht
  • Gebäudekunde
  • Darstellungstechnik
  • Entwerfen
  • Bau- und Kunstgeschichte

Auf das abgeschlossene Bachelorstudium folgen dann mindestens zwei Jahre berufspraktische Tätigkeit, bevor Du Dich mit all Deinen Unterlagen bei der Architektenkammer eintragen lassen kannst. Vorsicht jedoch: In manchen Bundesländern kannst Du Dich erst nach einem Masterstudium als vollausgebildeten Architekten eintragen lassen. Auch ein abgeschlossener Magisterabschluss gilt als berufsqualifizierender Abschluss.

Vor allem Projekte in Gruppenarbeit stehen während Deines Studiums regelmäßig auf dem Plan:

Bildungsabschluss: Bachelor of Arts oder Master of Science?

Das Studienfach Architektur wird an ca. 70 staatlichen und privaten Universitäten und Fachhochschulen angeboten. Es gibt drei anerkannte Abschlüsse nach dem Bachelorstudium:

  • Bachelor of Arts (B.A.)
  • Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Bachelor of Engineering (B.Eng.)

Wenn Du Dich danach noch für einen Master entscheidest, kannst Du den Master of Arts (M.A.) oder Master of Science (B.Sc.) machen.

Studiengebühren: So viel kostet das Studium

An den staatlichen Universitäten bezahlst Du die üblichen Studiengebühren zwischen 300 und 500 Euro pro Semester. Ein Studium an einer privaten Universität kostet zwischen 3.000 und 5.000 Euro pro Semester.

Im Überblick:

  • Staatliche Universität: 300 – 500 Euro pro Semester
  • Private Universität: 3.000 – 5.000 Euro pro Semester

Neben Miete, Versicherung, Verpflegung und Studienbeiträgen, gibt es jedoch eine Liste an versteckter Kosten während des Studiums. Die lange Materialliste macht das Architekturstudium selbst an einer öffentlichen Hochschule zu einem der teuersten Studiengänge.

Je nach Hochschule können extra Kosten bis zu 300 Euro pro Semester anfallen

Da das Zeichnen und Modellieren zu Deinem zukünftigen Alltag gehören wird, fallen hier hohe Materialkosten an. Hier zu gehören Kosten für: Rapidographen Sets, Zeichenplatten, Materialien und Klebstoffe für’s Modellieren, so wie Kosten für Hard- und Software.

Lass‘ Dich von dem Aufwand und den Kosten des Studiums jedoch nicht abschrecken. Klopft bei Dir zum Beispiel ein Immobilien Investor an der Tür und sagt: „Ich will in eine neue Prachtimmobilie investieren“, dann kannst Du davon ausgehen, dass hier architektonische Arbeit von bester Qualität erwartet wird. Natürlich spiegelt sich so eine Immobilieninvestition dann auch in Deinem Portemonnaie wieder und Dir steht es frei mit Deinem extra erworbenen Eigenkapital ebenfalls in Immobilien und Bauwesen zu investieren.

Quereinstieg durch Ausbildung

Über ein Studium Architekt zu werden, ist zwar der klassische Weg, jedoch geht es auch ohne Studium. Architekt kann sich nämlich jeder nennen, der sich in die Architektenliste des Bundeslandes eintragen lässt.

Hierfür ein Auszug aus dem Landesrecht Rheinland-Pfalz:

§5 Eintragung in die Architektenliste

(6) Abweichend von den Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 2 ist auf Antrag in die Architektenliste einzutragen, wer

  1. mindestens zehn Jahre eine praktische Tätigkeit in einer der in § 1 Abs. 1 bis 4 genannten Fachrichtungen unter Aufsicht einer zur Führung der für die betreffende Fachrichtung maßgeblichen Berufsbezeichnung berechtigten Person ausgeübt hat,
  2. die Berufsbefähigung anhand eigener Arbeiten nachweist und
  3. die einer Ausbildung nach Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 entsprechenden Kenntnisse durch eine Prüfung auf Hochschulniveau nachweist.

Wer sich zum Beispiel zum Bauzeichner hat ausbilden lassen, der kann über jahrelange Praxiserfahrung durchaus den Quereinstieg wagen. Auch der zweite Bildungsweg über mehrere Handwerke und viel Arbeitserfahrung, kann nach einiger Praxiserfahrung in einem Architektenbüro einen Antrag bei der Architektenkammer stellen und dort seine Unterlagen prüfen lassen.

Nach dem Abschluss: Eintragung in die Architektenkammer

Wie bereits erwähnt, bedeutet ein Hochschulabschluss oder eine fertige Ausbildung nicht, dass Du Dich nun auch Architekt nennen darfst. Hierfür ist ein Besuch bei der Architektenkammer nötig. Erst, wenn du als „kammerfähig“ giltst, kannst Du Dich eintragen lassen. Wichtig:

Nur wer die Berufsbezeichnung Architekt trägt, ist berechtigt einen Bauantrag einzureichen

Deshalb ist die Eintragung in die Architektenkammer für deinen zukünftigen Berufsweg essenziell. Falls Du die offizielle Berufsbezeichnung Architekt nicht bekommen solltest, kannst Du dennoch im Architektenbüro arbeiten. Je nach Bundesland kannst Du auch Fort- und Weiterbildungen machen, die Dir dann erlauben, Dich als Architekten eintragen zu lassen. Es lohnt sich also sich vor Ausbildungs- oder Studienbeginn über das Architektengesetz des Bundeslandes zu erkundigen, da die Voraussetzungen und Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind.

Je nach Weiterbildung und beruflicher Erfahrung können sich auch Absolventen folgender B.A. und M.A. Studiengänge in die Architektenliste des jeweiligen Landes eintragen lassen:

  • Innenarchitektur
  • Green Building
  • Gebäudeklimatik
  • Energieeffizienten Bauen und Planen
  • Landschaftsarchitektur
  • Stadtplanung

Wenn alle Deine Unterlagen gesichtet wurden und die Architektenkammer Dich in die Architektenliste einträgt, steht Deiner Karriere als Architekt also nichts mehr im Wege:

Wie wird man Architekt? Fragen und Antworten

Jetzt weißt Du nicht nur, was ein Architekt macht, sondern auch, wie Du einer werden kannst. Hier sind für Dich nochmal alle wichtigen Fragen beantwortet.

Was für einen Abschluss braucht man um Architekt zu werden?

Neben der Eintragung in der Architektenkammer ist entweder ein passendes Studium nötig, oder der Quereinstieg durch passende berufliche Qualifikationen.

Wie lange dauert es Architektur zu studieren?

Das Bachelorstudium dauert in der Regel 3 bis 4 Jahre. Die Fortbildung mit dem Master of Arts oder Master of Science in Architektur dauert dann nochmal weitere zwei bis vier Semester.

Was kostet ein Architekturstudium?

An einer staatlichen Universität kostet das Studium zwischen 300 und 500 Euro. An einer privaten Universität werden Studiengebühren bis zu 5.000 Euro fällig.

Was braucht man um Architektur zu studieren?

Zu den formalen Voraussetzungen des Architekturstudiums zählen ein entsprechender Numerus Clausus (NC), ein Eignungstest, so wie die Abgabe einer Skizzenmappe.

Kann man ohne Studium Architekt werden?

Man kann auch ohne Studium Architekt werden. Wenn Du bereits ein ähnliches Studium oder eine ähnliche Ausbildung, etwa zum Bauzeichner, gemacht hast und genug Arbeitserfahrung bei der Architektenkammer nachweisen kannst, steht Deiner Eintragung als Architekt nichts mehr im Wege.

Wann darf man sich als Architekt bezeichnen?

Als Architekt darfst Du Dich erst dann bezeichnen, wenn Du in der Architektenliste der Architektenkammer Deines Bundeslandes eingetragen bist.

Architekt werden: Fazit

Architekt ist ein anspruchsvoller und ein abwechslungsreicher Beruf, der Kunst und Naturwissenschaft miteinander verbindet. Im Vordergrund stehen hier nämlich nicht nur Ästhetik, sondern auch Funktion und Wirtschaft. Der Architekturmarkt zeichnet sich durch seinen großen Bauboom und institutionelle Architekturlandschaft aus. Die große Praxisnähe Deines Architektenwissens erlaubt es Dir außerdem nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland zu arbeiten und bietet Dir Raum für viele branchenübergreifende berufliche Perspektiven.

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